14th September, 2012

Russland ist anders.

Dieser Satz, häufig zitiert, ist die einzig verlässliche Ausage, die man machen kann. :-)

Den antiken Historikern galten die Völker des Ostens als wilde Barbaren. Eine Vorstellung, die sich in den Köpfen vieler erhalten hat. Russland, dieses Land im Osten, empfinden viele immer noch als Bedrohung.

Seine Menschen sind ihnen rätzelhaft, die politischen Intentionen unheimlich. Selbst heute, da die Sowjetunion zerfallen ist, herrscht vielerorts noch tiefes Mißtrauen gegen die Entwicklung, die der gewaltige Nachbar zwischen Europa und Asien nehmen könnte.

Die Russen, so ein weitverbreitetes Stereotyp, hätte keinerlei Erfahrung mit der Demokratie, sehnten sich nach einem starken Mann, seien nur durch die Knute regierbar. Dabei wird vergessen, daß schon die großen russischen Städte im Mittelalter wie Novgorod und Pskow Strukturen der demokratischen Selbstverwaltung hatten und das die Leibeigenschaft in Rußland früher abgeschafft wurde als die Sklaverei in Amerika.

Das Wissen der Deutschen um Rußland und die Russen, ihre Kultur und Geschichte ist bis auf den heutigen Tag äußerst beschränkt. Einer der Gründe dafür liegt sicher in der mehr als zweihundert Jahre dauernden Herrschaft der Mongolen über Rußland, die das Land gründlich von West- und Mitteleuropa isolierten. Eine Isolierung, die sich auch unter den Zaren danach, mit Ausnahme Peter des Großen und Katharinas II, fortsetzte. Und die unter den sowjetischen Zaren des 20. Jahrhunderts einen traurigen Höhepunkt erreichte. Bis Michail Gorbatschow ihr mit seinem “Neuen Denken”, seiner Öffnung nach Westen ein Ende setzte.

Auch ohne seine Kolonien bleibt Russland eine Großmacht, gemessen an der gewaltigen Ausdehnung seines Territoriums, der Zahl seiner Menschen und dem Reichtum seiner Bodenschätze. In Rußlands Erde lagern die größten Erdöl- und Erdgasvorkommen der Welt, die größten Kohlevorräte, die größten Diamantenreserven. Noch befindet sich Rußlands Wirtschaft auf dem Niveau eines Entwicklungslandes, zerrüttet von mehr als sieben Jahrzehnten sozialistischer Planwirtschaft. Doch sollte der Übergang zu einer neuen Gesellschaft, zu neuen marktwirtschaftlichen Strukturen gelingen, dürfte das nächste Jahrtausend Rußland auch als eine ökonomische Großmacht erleben.

Für Moskau und St. Petersburg kann ich das voll und ganz für die letzten 15 Jahre voll bestätigen. Krisen in Amerika und-oder Europa zum Trotz kennt die wirtschaftliche Entwicklung in und um diese Städte nur eine steile Richtung nach hoben!